Neckarhalde

Unterwegs von Pleidelsheim nach Marbach /N.

Ausgangspunkt der heutigen heimatkundlich geprägten Wanderung unter dem Motto ,, Ausblicke genießen von der Neckarhalde“ war die Gemeinde Pleidelsheim, bekannt als frühere Tabak und Spargelmetropole am Neckar. Erstmals 794 urkundlich erwähnt im Lorscher Codex erlebte der Ort in seiner Vergangenheit viele Besitzerwechsel. Der alte Ortskern kann auf einem ausgeschilderten Rundgang erkundet werden, welcher zu zahlreichen Sehenswürdigkeiten führt unter anderem der Martinuskirche, dem alten Rathaus, und den ehemaligen Hofanlagen des Schorndorfer Hofes und des Hasenhofes, des Pfarrhauses und den Resten der alten Dorfmauer.

Durch die offene Feldflur führt uns die Wanderstrecke hinüber zum Pleidelsheimer Gemeindewald um anschließend hochzuwandern auf die Neckarhalde einem Prallhang des Neckars.

Herrlich dieser Wegeabschnitt hoch über dem Neckartal, der Hang aufgegliedert mit alten noch teilweise bewirtschafteten Wengertschrannen, Obstbaumbeständen und Nutzgärten. Ein kurzer Stichweg führt zu einer Aussichtsterasse mit freier Sicht übers Neckartal und hinüber nach Benningen mit dem Eisenbahnviadukt.

Und weiter geht’s auf dem Hörnlesweg entlang der Hangkante zum Ortsrand von Murr und weiter zum Floßhaussteg um hier über die Murr kurz vor ihrer Mündung in den Neckar zu überqueren. Einst war an diesen Ort ein Holzlagerplatz der damaligen Scheiterholzflößung auf der Murr. Daher der Name des Steges über die Murr. Vom Steg aus sichtbar die Eisenbahnbrücke der ehemaligen Bottwarbahn, die hier den Fluss überspannt. Ein Überbleibsel der 34 km. langen Bahnlinie von Marbach zum Heilbronner Südbahnhof. ,,Entenmörder“ wurde einst das Dampfzüglein im Volksmund genannt. Als historisches Denkmal stand die letzte Dampflock mit der Nr. 99651 vor den alten Steinheimer Bahnhofgebäude als Erinnerung an die Nachwelt und wartet vergeblich auf freie Fahrt. Sie wurde vor einiger Zeit an ein Museum überführt, und ist nun nicht mehr Wind und Wetter ausgesetzt.

Nun aber genung der Bahngeschichte, weiter geht’s mäßig ansteigend durch das Gewann Milzenäcker hoch zur Freizeitanlage Galgen, um von diesem markanten Ort aus die herrliche Aussicht über das Bottwartal und auf die Schillerstadt Marbach zu genießen. Der Flurname Galgen bezeichnet an dieser Stelle den damaligen Standort des Marbacher Galgens, wo anno 1733 die letzte Hinrichtung durch den Strang vollstreckt wurde.

Abwärts und vorbei an der historischen Alexanderkirche mit ihrem spätgotischen Netzgegewölbe und der 1868 gefertigten Voit-Orgel wurde kurz darauf der Ochsen erreicht, eine jenen alten und vorzüglichen Gasthäuser um hier den Wandertag mit der Schlusseinkehr ausklingen zu lassen.

Vor der Heimfahrt mit der Bahn ein ,,Dankeschön“ unseren beiden Wanderführern Elke und Bernd für den heutigen Wandertag.

Glemstal-Mühlenweg

Unterwegs auf dem Glemsmühlenweg

Unter dem Motto einst klapperten die Mühlräder an der Glems war die Wandergruppe unterwegs auf der 1. Etappe des Glemsmühlenweges.

Vom Leonberger Bahnhof führte die Wanderstrecke hinab ins Glemstal, eines der Mühlenreichsten Täler Württembergs.

Doch vorab eine kurze Information von unserem Wanderführer Günter Eichele.

Von ihrem Ursprung im Glemswald bei Stuttgart mündet die Glems nach ihrem Lauf durch Keuper und Muschelkalk in Unterriexingen in die Enz. Das Tal ist überwiegend als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Heute sind von den 19 Mühlen noch 9 in Betrieb.

Einst wurde das Korn zwischen zwei steinernen Mahlsteinen zu gemahlen welche über die hölzernen Mühlräder angetrieben wurden. Erst später erfolgte der Antrieb durch Wasserturbinen und die Mahlsteine wurden durch stählerneWalzenstühle ersetzt.

Nun aber losmarschiert mit dem alten Müllersgruß ,,Glück zu“ der Scheffelmühle entgegen. Vorab grüßt von Höhe der Ort Höfingen mit dem markanten Staffelgiebel des Höfinger Schloßes aus dem 16. Jahrhundert.

Erbaut wurde es auf den Resten der einstigen Burg des Johann Truchseß von Höfingen, einem Anführer des Schleglerbundes. Bald kam auch die Fleischmühle in Sicht, sie war einst im Besitz des Hauses Nippenburg in Schöckingen. Obertonmühle war ihr ursprüchlicher Name. Nachdem die Mühle im Besitz der ,,Fleischmartins Witwe“ war, wurde sie in die Fleischmühle umbenannt. Das historische Mühlwerk und der Mühlkanal ist noch heute vollständig erhalten. Hier wird das Mehl noch nach alter Tradition gemahlen.

Nur ein kurzes Wegestück und wir sind bei der Tonmühle, erstmals 1374 urkundlich als ,,muelin ze don“ erwähnt. Ihr Name geht wahrscheinlich auf das rauschen der Glems zurück, es erzeugt einen ,,Ton“ durch ihr starkes Gefälle. Die Mühle ist auf die Herstellung von Vollkornprodukten spezalisiert. Angenehm das Wandern entlang der dahinrauschenden Glems deren Name auf das germanische ,,glan“ schluchtartiger Einschnitt zurück geht. Nun kam auch auf der gegenüberliegenden Seite die größte Glems – mühle in Sicht, erstmals 1524 als die ,, Ölschlähin“ genannt. Heute ist sie die Zechlesmühle dieser Name geht auf den früheren Besitzer Ezechil Siegle zurück. Die Mühle arbeite heute mit acht einfachen und zwei doppelten Walzenstühlen. Durch das hier nun breite Tal der Glems erreichen wir nun den Ortsrand von Ditzingen und kommen hier nun zur Schlossmühle. Erstmals wurde sie 1350 als ,,Schnurrenmüllers Müll´n genannt. Der 300 mtr. lange Mühlkanal speiste einst drei ober –

schlächtige Wasserräder. Das heutige schöne traufständige Fachwerk- gebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die Mühle arbeitet heute mit vier doppelten Walzengängen und einem Schrotgang.

Wie wird aus Korn das Mehl ? Dies gehört auch zur heutigen Wandertour gesagt: Kurz und bündig erklärt geht das so:

Zuerst wird die Schale des Kornes aufgebrochen und sein Inneres in immer feineren Abstufen vermahlen. Dies geschiet in einem Walzenstuhl, in dem das Getreide zwischen zwei Stahlwalzen zerkleinert und vermahlen wird. Nach jedem Mahlvorgang wird das Mahlgut im Plansichter abgesiebt. Im Plansichter sind Siebe mit unterschiedlicher Maschenweite übereinander angeordnet. Die größeren Kornteile, die auf den Sieben liegen bleiben, werden weiter im Walzenstuhl zerkleinert. Diese Vorgänge des Mahlens und Siebens, die sogenannten Passagen, wiederholen sich so oft, bis man alle gewünschten Mahlerzeugnisse erhalten hat. In der Regel verfügt eine Mühle über 16 Passagen.

Nun noch etwas über Ditzingen, dem Endpunkt der heutigen Mühlentour:

Erstmals 769 urkundlich erwähnt, kam der Ort im 14.Jahrhundert an Württemberg. Der Ort lag einst an der Grenze der Bistümer Konstanz und Speyer und hatte daher 2 Pfarrkirchen. Die Grenze bildete die Glems. Die Konstanzer Kirche war die Hauptkirche, die Speyerer Kirche ist seit 1565 die Friedhofskirche. Das Dreigiebelhaus ist das Wahrzeichen der Stadt,

sehenswerte Gebäude das alte Rathaus und etliche restaurierte Fachwerkhäuser mit ihren Hofanlagen, sowie das Ditzinger Schloss, ursprünglich eine mittelalterliche Burganlage aus dem 15. Jahrhundert, einst Sitz des damaligen Ortsadels.

Das wars für heute, nun wartet auf uns alle die wohlverdiente Schlußeinkehr verbunden mit dem Dank an Renate und Günter für die schöne und informative Wandertour.

Bis zum nächstenmal zur 2. Etappe des Glemsmühlenweges.

 

Unterwegs im Salzachtal am 13.03.2025

Salzachtal ? Noch nie gehört, meinte einer. Die Salzach ist ein kleines Bächlein das nördlich der Klosterstadt Maulbronn seinen Ursprung hat und Richtung Bretten gemächlich dahin fließt.

Ausgangspunkt der heutigen Kultur- und Heimatlichen Wandertour war der Bahnhaltepunkt Kleinvillars, den meisten bekannt von den alljährlichen Wandertouren zum Böllstrichsee.

Aber heute ging es entgegengesetzt zuerst vorbei an der Lerchenmühle und oberhalb der Salzach zum Aalkistensee. Ein kurzer Halt informierte uns auf Infotafeln über dieses Schutzgebiet Dieses 50 ha große Naturschutzgebiet ist ein Brut- und Rastplatz vieler Vogelarten und Amphibien-Laichgewässer. Der See wurde einst von den Maulbronner Mönchen als Fischgewässer angelegt und wird von der Salzach durchflossen. Die am Abfluss der Salzach stehende Aalkistenmühle geht auf das 17. Jahrhundert zurück.

Und weiter ging es durch die weite Talaue in Richtung Maulbronn. Linkerhand kam die Staatsdomäne Elfinger Hof ins Blickfeld, ihr Ursprung geht auf das Jahr 800 zurück. Überragt wird der Hof von der weithin bekannten Weinlage des Elfinger Berges der württembergischen Hofkammer.

Nicht mehr weit war es nun zur Mittagseinkehr in Maulbronn um anschließend auf dem Skulpturenweg zum Kloster zu gelangen.

Durch das alte wehrhafte Tor, das einst nur über eine Zugbrücke erreichbar war betraten wir den großen weitläufingen Klosterhof.

Auf dem Rundgang erfuhr die Wandergruppe die geschichtliche Vergangenheit dieses Anno 1147 von Zisterziensermönchen aus dem Elsass im oberen Salzachtal erbauten Klosters. Das Kloster erreichte im laufe der Zeit eine bedeutende ökonomische und politische Machtpositon.

Der Baustil des Klosters ist von der Romanik und Früh- bis zur Spätgotik geprägt.

Die damalige Klosterschule besuchten einst Johannes Kepler, Friedrich Hölderlin, Justinus Kerner und Hermann Hesse, welcher die Schule wegen ihrer strengen Zucht vorzeitig verließ.

Eine weitere bekannte Person soll nicht unerwähnt bleiben. Johann Gegorg Faust, Astrologe, Wunderheiler, Alchemist aus dem nahen Knittlingen verweilte hier im Auftrag des Abtes Entenfuß einige Zeit. Im Auftrage des Abtes sollte Faust Gold herstellen. Der Turm in dem er dort wohnte trägt seitdem den Namen Faustturm.

Das Kloster war einst mit seinen Mauern und Türmen ein Teil der Eppinger Verteidigungslinien.

Sehenswert die beiden Türen am Haupt und Südportal der Klosterkirche. Gefertigt aus Schwarzwälder Tannenholz und mit Tierhäuten bespannt und mit eisernen Ornamenten beschlagen.

Auf dem Rundgang über das weitläufige Klostergelände zeugten die zahlreichen Gebäude, war es das ehemalige Herzogliche Jagdschloss, die Scheunen und der Fruchtkasten, die ehemalige Schmiede und Küferei, die Klostermühle welche über eine Mahlrinne entlang der Klostermauer vom nahen Tiefen See mit Wasser versorgt wurde und 4 Wasserräder antrieb.

Das Kloster Maulbronn gilt als die vollständigste Klosteranlage des Mittelalters nördlich der Alpen.

2019 wurde das Kloster ausgezeichnet ,,Monument des Jahres“

25 Jahre Weltkulturerbe der Unesco.

Mit der Heimfahrt mit Bus und Bahn endete der heutige Wandertag auf den Spuren der Maulbronner Mönche.

Schwarzwaldverein besichtigte die Fa. Liebherr in Ehingen und besuchte das Städtchen Zwiefalten am 18. Juli 2024

Nicht das Wandern stand diesmal im Vordergrund dieser Ausfahrt,
sondern eine Werksführung bei der Fa. Liebherr.

Liebherr kennt eigentlich Jeder. Warum Jeder, man sieht die Turmkräne auf fast jeder Baustelle, oder wenn die Fa. Wiesbauer mit ihren Mobilkränen durch unsere Stadt fährt, oder man hat vielleicht einen Kühlschrank von Liebherr.

1949 in der Nachkriegszeit waren weite Teile Deutschlands im Wiederaufbau. Hans Liebherr leitet das Baugeschäft seiner Eltern in Süddeutschland. Er erkennt den Bedarf an Werkzeugen und Maschinen für  das Baugewerbe und den Wohnungsbau. Gemeinsam mit Konstrukteuren und Handwerkern entwickelt er 1949 den ersten mobilen Turmdrehkran. Er ist auch das erste Produkt der 1949 in Kirchdorf gegründeten Hans Liebherr Maschinenfabrik. Die Erfindung des mobilen Turmdrehkrans war zugleich die Geburtsstunde des Unternehmens Liebherr. Innerhalb des ersten Jahrzehnts entwickelt sich die kleine Baufirma zu einem etablierten Hersteller von Baumaschinen und vielen weiteren technisch anspruchsvollen Produkten. Von den vielen Sparten die Fa. Liebherr heute weltweit abdeckt gehört  die Fertigung von Mobilkränen jeder Art in Ehingen an der Donau. Und dieser Fertigung galt unser Augenmerk.

Die Betriebsführung bei Liebherr war beeindruckend. Die Gruppe erhielt einen Einblick in die Welt des Kranbaues und konnte hautnah miterleben, wie die imposanten Maschinen hergestellt werden. Die Mitarbeiter von Liebherr standen den Besuchern geduldig Rede und Antwort. Sie erklärten ruhig die komplexen Abläufe und Technologien Es war faszinierend zu sehen, wie präzise und effizient die Produktion abläuft. Während der Mittagspause war die Gruppe zum Essen in der Werksgastronomie eingeladen. Danach ging es über das Freigelände wo die Kranen zusammengebaut und getestet werden. Riesige Raupenkräne und kleine Mobilkräne alles war hier zu sehen und zu bestaunen. Das Gruppenbild zeigt die Größe, als sich die ganze Gruppe in dem Raupenkranz eines Kranes aufstellte.  Als die Führung nach 4 Std. endete, waren alle Teilnehmer voll mit neuen Eindrücken aber auch müde. Die Verantwortlichen bedankten sich bei den Werkführern und die Gastfreundschaft.  Nur Ein Wermutstropfen war zu beklagen es herrschte auf dem ganzen Gelände absolutes Fotografier Verbot, was die Gruppe auch strick einhielt.

Nach dem Besuch bei Liebherr ging es weiter nach Zwiefalten. Hier konnten die Teilnehmer bei einem entspannten Spaziergang die malerische Umgebung und das Münster besuchen oder sich bei einem kühlen Getränk erholen.  Die idyllische Atmosphäre in Zweifalten bot eine willkommene Abwechslung nach dem aufregenden Besuch bei Liebherr. Mit vielen neuen Eindrücken und Erlebnissen ging es zurück nach Bietigheim-Bissingen. Der Besuch bei Liebherr und der Aufenthalt in Zwiefalten war ein gelungener Ausflug, der allen Teilnehmern in Erinnerung bleiben wird.

Bericht: Karin Knäbel / G.Schwarz  Fotos bis aufs Gruppenbild von der Vortour

Zu den Märzenbechern am 07. März 2024

Kibannele und Märzenbecher…

Einen wunderschönen, vorgezogenen Wandertag erlebten die Wanderer auf ihrer Stromberg Tour vom Bergstädtchen Hohenhaslach nach Ochsenbach. Vorgezogen deshalb, weil die Märzenbecher schon Mitte Februar in voller Blüte standen und eventuell die Blüte am 21. März schon hinüber ist.

Unter dem Motto „Vorfrühling, Weitblicke, Geschichte und erblühende Natur“ machten sich die Bietigheimer Schwarzwälder, verstärkt durch die Aktiven Senioren, von der Haslicher Bushaltestelle Steige aus auf ihren Weg hinauf zur anno 1767 erbauten Kelter. Weiter ging es, teils auf dem 2019 ausgeschilderten „Weitblickweg“ durch die Haslicher Weinlagen welche sich bis zur Hohen Reute hochziehen.

Herrlich das wandern auf diesem Weg so hoch oben über dem Kirbachtal bis zum Wegestandort Blickwechsel um hier eine Rast einzulegen. Von hier aus der Blick auf den zum Greifen nahen 477 m hohen Baiselsberg, auf dem sich die ausgegrabenen Reste eines kleinen Augustinerinnen Kloster befinden. Das Wegezeichen führte uns abwärts durch den Wald ins Schippentäle, wo sich einst die ehemalige Schippenmühle befand.

Um diese Mühle rankte sich einst die Geschichte um die schöne Schippenmüllerin und dem Herzog Ulrich welche der Nachwelt überliefert ist. Ganz in der Nähe am Fuße des Brombergs stand einst die Burg der Edelfreien von Bromberg, nur noch der Name erinnert an dieses Edelfreiengeschlecht.

Vorbei an der stattlichen, ehemaligen Bromberger Mühle im Kirbachtal wanderten wir dahin durch die Talaue mit blühendem Schlehengebüsch, über das Tannenbrunnenbächlein und vorbei an Ochsenbach. Der munter, über bemooste Steine, dahinplätschernden Kirbach wurde überquert. Nun ging es auf schlammigen und rutschigen Weg hinauf zum Blauen Sträßle. Dem folgte die Wandergruppe bis zum Ziel der im Tiergartenwald gelegene Standort der Märzenbecher. Nun war man gespannt ob die Märzenbecher noch blühten. Auf matschigen Weg folgte man den Zaun der den Standort schützt und siehe da der Weg war nicht umsonst. Tausendfach sah man die weißen Glöckchen und die Wanderer wurden gar nicht müde diese Pracht zu fotografieren. Langsam wurde es Zeit weiter zu gehen.

Nach wenigen Metern wurde der Kirbachhof erreicht, ein ehemaliges Zisterzienserinnenkloster, heute ein moderner Landwirtschaftsbetrieb. Hier beim nahen Kirbachhof, erwartete uns die Statue des Kibannele inmitten eines kleinen, mit Schilf umwachsenen Seeleins. Einst ließ Herzog Eberhard III. Hier an diesem verwunschenen Ort 1644 einen Tiergarten, Fasanerie und Fischteiche anlegen, und später ein kleines Jagd und Lustschloss für die zahlreichen Treibjagden.

Alles nur noch vergangene Geschichte, von allem nur noch geblieben die alljährlich wiederkehrende Märzenbecherblüte und das einsam im See stehende und von vergangenen Zeiten träumende Kibannele Jagdgöttin Diana, oder Kybele Göttin der Natur.

Märzenbecher, strahlend weiße Glocken
leuten schon den Frühling ein,
trotzen kaltem Wind und weißen Flocken
wollen zarte Frühlingsboten sein.

Mit flottem Schritt ging es nun in der Abendkühle hinauf nach Ochsenbach um im Gasthaus zum Stromberg den Wandertag in geselliger Runde ausklingen zu lassen, verbunden mit dem Dank an unser Wanderführerduo Karin und Günter.

Bericht: W. Wachter Bilder: G. Schwarz

Das Wanderjahr klingt aus! am 10. Dez. 2023

Die Jahresabschlusswanderung führte 35 erwartungsvolle Wanderfreundinnen und Wanderfreunde auf den Spuren der  Bönnigheimer Ganerben durch die historische Bönnigheimer Altstadt und auf einer Runde durch die angrenzenden Weinberge des Städtchens.
Startpunkt zu der 2.5 Std. Wandertour war bei der alten Bönnigheimer Ganerbenburg.
Vorbei an den zahlreichen Sehenswürdigkeiten des Städtchens führte der kleine Rundgang vorbei am Schloss heraus und später hoch in die weitläufigen Bönnigheimer Weinlagen.
Herrliche Ausblicke von hier aus über unsere nähere Heimat. Bald darauf gab der Wanderverlauf den Blick auf auf die Trulla und den sagenumwobenden Michaelsberg mit seinem kleinen Kirchlein frei. Wir aber schwenkten ab, die Württemberger Weinstrasse querend und in Richtung Botenheimer Heide weiter zu wandern. Wiederum von diesem Höhenweg aus der Blick übers Zabergäu zum uchelberg mit dem Dürrenzimmerere Hörnle und zur Burg Neipperg.
Herrliches Weinland, wohin man auch schaute!
Nun war es nicht mehr weit hinab nach Bönnigheim, wohin uns der Köllesturm als Wegeweiser diente.
Hier schloss sich nun der Kreis der heutigen Wanderrabschlusstour mit der Abschlusseinkehr in der alten Brauerei beim gemütlichen Beisammensein in geselliger Runde.
S ,,war mal wieder ein schöner Jahresabschluss, verbunden mit der Vorfreude auf Weihnachten und auf´s „Neue Wanderjahr“.

W. Wachter

Bilder: W. Steinkamp

Germersheimer Festungsgeschichte erkundet am 25. Nov. 2023

Unter diesem Motto war die Wandergruppe des Bietigheimer Schwarzwaldvereins unterwegs im pfälzischen ,,Germersche“.

Unter der sachkundigen Führung von Herrn Erhard machten wir uns auf um die ehemalige Festung Germersheim auf einem 2 stündigen
Rundgang zu erkunden. Errichtet wurde die Festungsanlage auf Anordnung des bayerischen König Ludwig I. von Ingenieur-Oberst Friedrich Ritter von Schmauß.
Im 19. Jahrhundert war die Stadt vollständig von einer 3.200 meter langen Festungsmauer umschlossen und diente einst als Bollwerk gegen Frankreich. Heute bieten die nach der Schleifung nach dem 1. Weltkrieg noch vorhandenen Teile der Festungsanlage dem Besucher ein faszinierendes Stück Gernsheimer Geschichte.
Nach dieser Vorabinfo führte der Rundgang durch das Weißenburger Tor die Gruppe hinein in die wetläufige Festungsanlage mit den Kasematten, Geschützkammern und die unterirdischen Minengängen. Die Festung gliederte sich einst in sechs Verteidigungsabschnitte (Fronten) genannt, davor befanden sich neun Vorwerke. Im sogenannten polygonalen Kaponniersystem errichtet, welches auf Grund der vorgelagerten Grabenwehren erreicht wurde, dass jeder Punkt zwischen Hauptumwallung und Grabenwehr unter Feuer genommen werden konnte. Noch vieles mehr über diese Festungsanlage erfuhren wir auf dem Rundgang welcher uns in die damalige Germersheimer Geschichte entführte.

Ein kurzer Spaziergang führte im Anschluss der Besichtigung entlang des Rheins zur Schlusseinkehr, ehe wieder mit der Bahn die Heimfahrt erfolgte.

W. Wachter

Bilder von W. Steinkamp

Durch Schluchten und Klingen von Wüstenrot nach Sulzbach am 12. Okt. 2023

 

Im Schwäbisch-Fränkischen Wald sollen sich zwei tief eingeschnittene Klingen, die Bodenbachschlucht und die Tobelschlucht, befinden. Diese wollte der Schwarzwaldverein Bietigheim-Bissingen bei einer Wanderung erkunden.

Von Wüstenrot aus führte der Georg-Fahrbach-Weg zum Parkplatz Seewiese und von dort weiter zum Einstieg in die Bodenbachschlucht. In diese stieg nun die Wandergruppe. Über felsige Stufen, schmale, rutschige Pfade und kleine Brücken hinab bis zum Dentelbach.  Oftmals mussten die mitgeführten Wanderstücke zur Hilfe genommen werden. Imposant, großartig war der Tenor der Teilnehmer.

Nach einer kleinen Pause folgte man dem Dentelbach aufwärts, den Georg-Fahrbach-Weg verlassend, in die Tobelschlucht. Einen Kilometer lang schlängelt sich der Bach durch die schroffe Klinge, dabei fließt er über Felsen und bizarre Steinformationen. In der Tobelschlucht wanderte man durch ein phantastisches Naturdenkmal im Schwäbisch-Fränkischen Wald.  Manche Klinge bekommt den Namen Schlucht verpasst, was das eine oder andere mal etwas übertrieben wirkt. In der Tobelschlucht jedoch kommen sich steile Felswände so nahe, dass sich wirklich  Schluchtartig wirken. Immer wieder blieben die Wanderer stehen um zu schauen und zu fotografieren. Den Abschluss dieser Schlucht bildet der Hohle Stein, eine imposante Erscheinung. Mehrere Meter hoch und etliche Meter breit wurde die Wand von unten her grottenartig ausgespült, sodass sich ein beeindruckender Überhang gebildet hat. Die Stelle bot sich zu einem Gruppenfoto an. Ein, mit mehr oder weniger begehbaren Stufen, steiler Pfad führte durch Amphitheaterartige abschließende Felswände der Tobelschlucht hinauf zu einem Rastplatz. Diese Schlucht war ja noch großartiger und imposanter als die Bodenbachschlucht. Aber dieser Teil der Wanderung war auch kräftezehrend und man hatte sich eine Vesperpause wohlverdient.

Nach der Rast folgte der weitaus weniger anstrengende Teil der Wanderung. Er führte die Gruppe über freies Feld mit guter Fernsicht nach Großhöchberg und weiter nach Kleinhöchberg.

In Kleinhöchberg führte der Weiterweg  zuerst sehr steil dann aber flach abfallend durch eine liebliche Talaue ins Fischbachtal. Dem Fischbach folgend ging es dann durch schöne Schrebergärten zur Schlusseinkehr nach Sulzbach. Bei einem herzhaften Vesper und einem Dank vom Vorsitzenden Rolf Kaufmann klang dieser erlebnisreiche Wandertag aus.

Vom Travertinpark zum Max-Eyth-See am 15. Juni 2023

Nach der Brünneles-Tour am 04.Mai war eine weitere Tour in Bad-Cannstatt/Stgt. Münster geplant. Und so startete eine Gruppe am 13. Juni am Stadtbahn-Halt Mühlsteg der U-14 um ein weiteres Kleinod in Stuttgart, den Travertinpark, kennenzulernen.

Der Travertin – was ist das??

Der Travertin, dem der Park seinen Namen verdankt, ist ein besonderer Kalkstein, der durch die Nähe zu den Stuttgarter Mineralquellen entstanden ist, und der viele Jahre lang hier in Cannstatt abgebaut wurde.
Das Stuttgarter Vorkommen an Travertin ist einzigartig in Deutschland. Schon in der Antike nutzten die Menschen hier, vor allem die Römer, den schnell verfügbaren Kalkstein. Seit Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Travertin im Stadtteil Hallschlag industriell abgebaut. Bis 2007 wurde der Steinbruch betrieben.
In Stuttgart wurde der Stein z.B. an der Außenfassade der Wilhelma oder der Neuen Staatsgalerie verbaut. Auch die Fassade des Mittnachtbaus in der Innenstadt besteht aus Travertin. So wurde der Kalkstein aus Bad‐Cannstatt in den letzten beiden Jahrhunderten für Bauwerke weit über die Stuttgarter Stadtgrenzen hinaus verwendet z.B.  beim Bau des Nürnberger Märzfeldes (Bahnhof) oder die 14 steinerne Zeitzeugen unterhalb des Parks. Die 15 m hohen „Lauster‐Säulen“.
Zunächst ging es dem Neckar entlang zum und durch das Müll-Heizkraftwerk. An der Neckartalstr. konnten dann die 14 Lauster-Säulen bestaunt werden die 1936 von der Stadt Berlin beim Steinbruch Lauster bestellt aber nie abgeholt wurden.
Weiter führte der Weg teilweise parallel der stillgelegten Industriebahn Münster–Cannstatt hoch zum Travertinpark. Sie war die erste elektrisch betriebene Industriebahn Württembergs.
Von einem Aussichtspunkt konnte der Rest über das Abbaugelände der ehemaligen 3 Steinbrüche überschaut werden.
Weiter ging es zu den noch teilweise vorhandenen Resten des Maschinenparks wie Kranbahnen, große Kreissäge, Steinbearbeitungsgeräte und Reste der Gleisanlage. Nebenbei konnte man von hier oben die wunderschöne Aussicht auf Bad-Cannstatt und einen Teil von Stuttgart genießen. Nun ging es in den Steinbruch wo man noch die Spuren des Abbaus und die verschiedene Färbungen des Kalksteins sehen konnte. Die Zeit verging und es war Zeit weiter zu gehen.

Vorbei an der ehemaligen Zuckerfabrik von der lediglich nur noch zur Bottroper Straße hin Teile der Verwaltungs- und Wohngebäude der ehemaligen Fabrik stehen.
Die Zuckerfabrik Stuttgart wurde 1851 von der Württembergischen Hofbank gegründet. Aufgrund ihres gleichwertigen Zuckergehalts sollten Zuckerrüben zur Zuckergewinnung herangezogen werden. Dies war zwar bereits 1747 erkundet aber es fehlte die Nachfrage. Die Gründung der Zuckerfabrik fiel in eine Zeit, in der die Stuttgarter Schokoladenindustrie aufblühte. Hohe Nachfrage entstand bei den Herstellern Waldbaur, Moser-Roth und Eszet.
1903 wurde das Betriebsgelände am Stuttgarter Nordbahnhof verkauft und der Firmensitz in das damals noch selbstständige Münster verlegt. Dort wurde eine moderne Industrieanlage mit Raffinerie und Gleisanschluss errichtet, der zum an der Schusterbahn gelegenen Bahnhof Münster führte. Ein Großbrand zerstörte die Fabrik im Jahr 1906; Nahezu baugleich wurde die Fabrik wiederhergestellt. Um 1910 konnten aufgrund der hohen Auftragslage  zwischen 200 und 400 Arbeiter beschäftigt werden. 1926 ging die Zuckerfabrik Stuttgart durch Verschmelzungsvertrag in der Süddeutschen-Zucker-AG, später Südzucker AG (dem größten Zuckerfabrikanten Europas), auf. Nach weiteren Bränden wurde die Fabrik 1971 geschlossen. Heute hat Stuttgart keine Zuckerfabrik mehr. Der Betrieb in Münster wurde eingestellt und die Produktionsanlagen größtenteils abgerissen. Stattdessen wird auf dem ehemaligen Betriebsgelände modernes Gewerbe betrieben. Dort hat u. a. die Freie Kunstschule Stuttgart ihren Standort.

Nun führten uns die Wanderführerin hinüber zur Einkehr in der “Alten Ziegelei“. Eine Gastronomie auf dem Gelände der ehemaligen Ziegeleien auf dem Hallschlag. Schon die Römer nutzten den hier vorhandenen Lösslehm zur Herstellung von Tonwaren. Die Ziegelei Höfer fertigte industrielle Ziegelwaren hier bis ca. 1940.
Nach der Einkehr erfolgte der nächste Halt beim “Schusterbähnle“ im Stadtteil Münster. Die Schusterbahn verdankt ihren Namen den Zügen welche die Arbeiter zu den Salamanderwerken in Kornwestheim brachten. Die Bahnstrecke Stuttgart-Untertürkheim–Kornwestheim (regional auch als Schusterbahn  bekannt) ist eine ca. 11, 5 Kilometer lange Güterumgehungsbahn. Die zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn verbindet Stuttgart-Untertürkheim mit Kornwestheim und dient als Umgehungsbahn in erster Linie dem Güterverkehr zur Umfahrung des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Die Strecke wurde am 30. September 1896 mit der Einweihung des Bahnhofs in Stuttgart-Münster eröffnet.
Der Weiterweg führte durch eine schöne Gartenanlage hinunter zum Neckar dem wir flussabwärts  folgten.
Am linken Ufer des Neckars in Stuttgart-Münster erreichten wir eine ca. 12 m hohe Wand aus Löß, die als Naturdenkmal Erdgeschichtlicher Aufschluss im Löß Freienstein ausgewiesen worden ist.
Löß ist ein Sediment. Das feine Gestein wurde während der vor rund 30.000 Jahren aus dem Oberrheingraben mit den vorherrschenden Westwinden hierher geweht und abgelagert wurde. Lößböden sind sehr fruchtbar.
Nun gelangte die Gruppe zum ehemaligen Wasserwerk von Feuerbach (heutiges Weingut “Zaiserei“). Am 31. August 1895 wurde dies seiner Bestimmung übergeben und versorgte bis 1935 den aufstrebenden Ort mit Wasser.
Nach Überquerung des Neckars gelangten die Wanderer zum Max-Eyth-See. Dieser entstand in den 1920er Jahren aus einer immer größer werdenden Kiesgrube. Im Zuge der Neckarkanalisierung wurde der See als Stausee genutzt. 1970/71 erfolgte der Ausbau des Geländes zum Naherholungsgebiet. Hier an der U-Bahn Haltestelle endete auch der Industrie-kulturhistorische Wandertag.