Auf Hölderlins Spuren

Schwarzwaldverein Bietigheim-Bissingen e.V. – Winterwanderung am Valentinstag IN HÖLDERLINS LANDSCHAFT rund um Nürtingen
Wieder einmal hatten sich die Mitglieder des Schwarzwaldvereins auf die Spuren Friedrich Hölderlins begeben. Doch diesmal war es der junge Dichter, dem sie auf ihrer Winterwanderung begegneten. Zusammen mit seinem Halbbruder Karl hatte Hölderlin in seinen Jugendjahren die Landschaft rund um Nürtingen durchstreift. Die Stadt ehrt den Lyriker durch einen Rundwanderweg. Immer wieder trifft man auf die Wegmarkierung: IN HÖLDERLINS LANDSCHAFT. – Aber wie und wann war Hölderlin nach Nürtingen gekommen? Darüber klärte uns Regina Jöns bei einer kurzen Rast unweit der Schillerhöhe auf. Der in Lauffen am Neckar geborene Lyriker Friedrich Hölderlin kam im Jahre 1774 im Alter von 4 Jahren nach Nürtingen, erzählte sie uns. Nachdem sein leiblicher Vater verstorben war, hatte die Mutter ein zweites Mal geheiratet und war zu ihrem neuen Ehemann, dem Nürtinger Ratsverwandten Johann Christoph Gok, gezogen. In der Landschaft rund um Nürtingen verbrachte der 1770 geborene Dichter Hölderlin also Kindheit und Jugend. Untermalt wurde der Vortrag durch das Verlesen eines frühen Hölderlin-Gedichts „Schwabens Mägdelein“, das wohl so um das Jahr 1789 entstanden sein dürfte. Hölderlin war damals im Alter von 19 Jahren. Die Verse sind der Jugend-Lyrik zuzuordnen und stehen im Kontrast zu seinen späteren weitaus komplexeren Oden, dessen bekannteste wohl das Gedicht „Hälfte des Lebens“ ist.
Auf der Rundtour ging es über die Schillerhöhe mit Ausblick auf die Alb bis zur Alpaka-Farm und anschließend auf gut begehbaren Schotter- und Waldwegen oberhalb der wild dahinrauschenden Aich durch einen lichten Mischwald. – Der Regen tropfte beharrlich auf die Schirme, die in allen Farben leuchteten – rot, grün, pink, orange oder ganz elegant: multicolor. Ein paar graue und schwarze waren auch darunter, aber die Farbenfreude überwog. Wer sollte da an Trübsal denken? Und so war die Stimmung trotz des Nieselregenwetters heiter. Kurz vor der Alpaka-Farm kam uns eine Alpaka-Wandergruppe entgegen. Auch sie hatte das Wetter nicht abgeschreckt.
Für 14.00 Uhr hatte die Wetter-App Schnee angekündigt. Doch als wir punktum in unserer Schlusseinkehr dem Brauereigasthof „Schlachthof Bräu“ ankamen, regnete es und als wir das Lokal zwei Stunden später wieder verließen, war aus dem Regen immer noch kein Schnee geworden. Der Natur, den Wiesen und Wäldern rund um Nürtingen, tun die anhaltenden Niederschläge gut, denn die Böden waren viel zu trocken.
Ein schöner Wandertag ging zuende. Dank an Karin und Wolfgang Meier, die diese Tour leiteten.
Angelica Inhoffen