Der auch bezüglich der Vegetation interessante Rotenackerwald, der bereits im Mai ein Wanderziel gewesen war, wurde erwandert. Im Fokus hatte im Frühjahr die Erkundung heimischer Orchideenarten gestanden. Im Dezember war es nun die Welt der Bäume, die uns faszinierte. Insbesondere die sehr unterschiedliche Struktur der Baumrinden fiel uns ins Auge. Der Buchenstamm hell und ganz glatt, gut zu unterscheiden von der stark gefurchten Rinde des Lerchenbaums. Der Wanderweg führte uns auch durch den Bannwald. Eine immer häufiger anzutreffende Form des Waldes, bei der Flora und Fauna sich selbst und den natürlichen Kräften überlassen sind. Schließlich erreichten wir das Naturdenkmal „Waldlinde“ aus dem Jahr 1700. Über 300 Jahre alt ist dieser Baum. Ein stiller Zeitzeuge – noch am Leben. „Wenn diese Linde erzählen könnte …“, lesen wir auf einer Schrifttafel, daneben illustriert mit Bildern. Von der ersten Ballonfahrt im Jahr 1700 bis zum Jahr 1939, als erste bedrohlich lärmende Düsenflugzeuge über Baumwipfel flogen, reichte die Erzählung, könnte dieser Baum sprechen. Heil geblieben ist sie die Linde, sagenumwoben und geschichtsträchtig. Bis heute gilt sie uns als Sinnbild für Frieden, Heimat und Gemeinschaft. Die Wanderung führte vorbei an Gehöften, in denen Ziegen und Schafe neben „glücklichen“ Hühnern grasten, über flaches Ackerland bis zum Rotenackerwald, der umrundet wurde. Endziel der 8 km langen Tour war die Gastronomie „Schellenhof“. Hier stießen noch einige Kurzwanderer zur Gruppe hinzu, sodass es am Ende 31 Wanderfreunde waren, die an der weihnachtlich geschmückten Essenstafel Platz nahmen. Und weil am Nikolaustag ja bekanntlich auch der Nikolaus kommt, hatte Karin Knäbel wieder Papier und Schere herausgeholt, ihre gestalterischen Fähigkeiten zum Einsatz gebracht und jedem der anwesenden Schwarzwaldvereinsmitglieder eine kleine Nikolausüberraschung überreicht. Wilfried Steinkamp unterhielt uns nach dem Essen vortrefflich mit dem Verlesen der von LORIOT verfassten Geschichte „Advent“. Nur dass Wolfgang Wachter aufgrund seiner Erkrankung nicht teilnehmen konnte, war ein trauriger Umstand.

Wanderung durch das Weingartener Moor
Wasser bedeutet Leben – das Weingartener Moor – wildes Naturschutzgebiet und Ökosystem
Sonntag, 12. April. Denken Sie sich 7000 Jahre zurück. Da bahnten sich die Flüsse Kinzig und Murg ihren Weg in den Rhein.

