Maier’s Senf- und Genussmanufaktur

Senf. Was ist das und wie wird er hergestellt? Mit vier Buchstaben ist im Deutschen das Gaumenerlebnis bezeichnet: Senf. Ursprünglich stammt der Begriff aus dem griechischen Wort „sinapi“ (Senfsaat). Die Geschichte des Senfs lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Schon die alten Ägypter zermahlten die Senfsaaten, vermischten sie mit Essig und reinem Wasser, um diese würzige Paste anschließend als Geschmacksverstärker und Heilmittel zu nutzen.

Heimische Produkte - Kulinarische Führung durch Maier‘s Genuss Senf- und Feinkostmanufaktur in Miedelsbach

Wie sieht nun die in unserer Region kultivierte Senfpflanze aus? – Ein wenig ähnelt sie dem Raps. Was die beiden Gelbblüher unterscheidet, ist die Zeit der Reife ihrer Samen. Die Erntezeit der Senfsaat liegt später als die der Rapsfrucht. Die 5 – 10 cm langen Rapsschoten reifen bereits im Juli. Sie enthalten kleine schwarze Samen, die zu Rapsöl (Lebensmittel) und Biodiesel verarbeitet werden. Die Senfsaaten indessen sind erst im September bis Oktober erntereif. Dieses und vieles mehr erfuhren die 20 Mitglieder des Schwarzwaldvereins nebst Gästen bei einer kulinarischen Führung durch die Senf- und Feinkostmanufaktur am 18. März 2026.

Beim Betreten der Manufaktur fällt ein Täfelchen an der Wand ins Auge. Dessen Aufschrift: „Versuchungen sollte man nachgeben, wer weiß, wann sie wiederkommen.“ Es würde also um Versuchungen und Genuss gehen in den folgenden zwei Stunden. Zuallererst wurde uns Besuchern eine Art Berufskleidung verpasst: Hygienehauben. Nicht jedem stand das Modell gleich gut. Aber egal. Los ging’s. Wir nahmen auf den Bänken in Reihen Platz. Gleich zu Anfang wurden Schälchen mit Senfkörnern durchgereicht und jeder konnte eine Kostprobe nehmen, zuerst weiße und anschließend schwarze Senfsaaten auf der Zunge zergehen lassen. Aber Vorsicht nicht mehr als fünf, denn im Mund entfaltet sich die Schärfe. Während wir die Ohren spitzten und der Chefin bei ihrem lebendig gestalteten Vortrag lauschten, konnten wir gleichzeitig zwei Mitarbeiterinnen beim Wiegen, Abfüllen und Etikettieren der Gläschen beobachten. Das Schlagwort lautet: gläserne Produktion. Der Verbraucher kann jeden Herstellungsschritt mitverfolgen. Es wird nachhaltig produziert und es gibt keinerlei Zusatzstoffe, erfährt man. Nur reine Produkte: weißer Balsamico, brauner Balsamico, Senfsaat, etwas Salz und Wasser. Damit aber aus dem Senfsaatgemisch bekömmlicher Senf wird, muss das Ganze noch mindestens 6 Wochen ruhen. Senföle sind medizinisch wertvolle Öle. Sie helfen bei der Verdauung und sind antiseptisch. Ein wirksames natürliches Antibiotika, das Bakterien, Viren und Pilze im Körper bekämpft.

Der ganze Tag hatte viel mit Genuss zu tun, denn nachdem unser Gehirn versorgt war mit all dem Wissenswerten zum Thema Senf, kam der Magen dran. Es gab eine breitangelegte Senfverkostung, ergänzt durch die interessanten Kräutermischungen. Da war zum Beispiel das Vespersalz oder der Gute-Laune-Dip und Senfmischungen aller Art. Chilisenf, Feigensenf, Kirschbalsamsenf, um nur einige zu nennen. Alle verwendeten Zutaten stammen aus der Region. Und alles konnte man probieren und selbstverständlich am Ende auch erwerben und mit nach Hause nehmen. Und damit die erworbenen kleinen Gläschen gut verstaut waren, bekam man auch noch eine Maier’s Genuss Stofftasche dazu geschenkt.

Maier‘s Senfmanufaktur liegt hinter Schorndorf, im Ort Miedelsbach und da in einer einst als Gewerbemischgebiet ausgewiesenen Zone. Von den Gewerben ist allerdings außer dem grasgrünen Gebäude von Maier’s Genuss nicht mehr viel übrig. Eher an eine gehobene Wohnlage erinnert, die steil nach oben führende Straße.

 

Zur Schlusseinkehr ging es in Schorndorf in die Gasthausbrauerei Kesselhaus und anschließend wieder in den Ersatzverkehrsbus bis nach Plochingen. Von da aus mit dem Mex12 zurück nach Bietigheim. Und wer jetzt auf der Heimfahrt noch seinen Senf dazugeben wollte, der konnte das auf der einstündigen Busfahrt tun.

Auch die Anreise über Plochingen und anschließendem Bus-Ersatzverkehr über Dörfer und Hügel bis nach Schorndorf hatte am Morgen für neue Eindrücke gesorgt und so war es am Ende ein erfüllter Tag. Ermöglicht durch die sorgfältige Planung und Vorbereitung von Günter Schwarz und Karin Knäbel. Vielen Dank euch.

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