Wanderung durch das Weingartener Moor

Wasser bedeutet Leben – das Weingartener Moor – wildes Naturschutzgebiet und Ökosystem Sonntag, 12. April. Denken Sie sich 7000 Jahre zurück. Da bahnten sich die Flüsse Kinzig und Murg ihren Weg in den Rhein.

Moorwanderung

Was sie zurückließen, waren Flussbetten, die sich im Laufe der Zeit in Moorlandschaften verwandelten. Heute steht das Weingartener Moor – Bruchwald Grötzingen unter Naturschutz. 256 Hektar misst die Moorlandschaft und ist damit das größte heute noch existierende Niedermoor im Oberrheingraben. Nach einer kleinen Spazierrunde durch den Ort führten uns wilde Pfade und ein schmaler Holzsteg durch die Moorlandschaft bis zu einer Aussichtsplattform. Eine vielfältige Flora und Fauna begegnete uns. Taubnessel und blühender Bärlauch in einträchtiger Nachbarschaft. Weiß leuchtend die Steinmiere. Und wie hätte dieser Wandertag schöner abgerundet werden können als durch die lyrische Ballade von Annette Droste-Hülshoff, „Der Knabe im Moor“, vorgetragen von Regina Jöns.

Der Knabe im Moor

O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt! –
O schaurig ist’s übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!

((1. Strophe))

……..

                            Annette von Droste-Hülshoff

Zur Schlusseinkehr sollte es in die Gärtnerklause  „En Edem“ gehen. Es war kein sonniger Tag, doch der Himmel hielt dicht. Er schämte sich vermutlich in Anbetracht des vielen Wassers im Moor und beschloss erst einmal innezuhalten. Die Schirme blieben jedenfalls bis zum Schluss im Rucksack.

Ein Moor ist ein intaktes Ökosystem, das der Atmosphäre aktiv Kohlendioxyd entzieht und damit einen wichtigen Baustein zum Schutz des Klimas auf der Erde darstellt. Zudem bietet dieses Ökosystem Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Herzlichen Dank an Rolf Kaufmann, der diese Wanderung geplant und geführt hat. Text: Angelica Inhoffen   Fotos: Wilfried Steinkamp

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