Verwunschen, verschlungen, versteckt – die „Wandelwege“ an der Wangener Höhe in Stuttgart

Schwarzwaldverein auf den Höhen von Stuttgart-Wangen unterwegs Verschlungene, naturbelassene zum Teil enge Wege, historische Trockenmauern, urige Treppchen, schöne Brunnen, fantastische Ausblicke. Dies alles sollte die Wanderer erwarten auf den Wandelwegen der Wangener Höhe in Stuttgart. - Die Wangener Höhe ist ein fast vollständig mit Gärten und Weinbergen bedeckter Höhenzug.

Verwunschen, verschlungen, versteckt ...

Mit Vorfreude trafen sich die Wanderfreundinnen und Wanderfreunde des Schwarzwaldvereins am Bahnhof von Bi-Bi und machten sich mit S- und U-Bahn Bahn auf den Weg nach Stuttgart. Der Start der Wanderung war an der Haltestelle Geroksruhe, hier wartete ein weiterer Wanderfreund. Gemeinsam machten wir uns auf den ca. 2 km langen Weg durch den Wald, zu einem Aussichtspunkt hoch über Gablenberg mit beeindruckendem Blick auf den Neckar, Bad Cannstatt und den Zuckerberg.

Der weitere Weg führte an schönen Schrebergärten vorbei zur Schillerlinde. Im Mai 1905 zum 100. Todestag von Friedrich Schiller wurde diese Anlage vom Verschönerungsverein Stuttgart eingerichtet und es wurde eine Linde gepflanzt. 1965 schlug der Blitz in den Baum ein und spaltete den Stamm. 2004 wurde zum zweiten Mal eine Linde nachgepflanzt und es ist zu hoffen, dass diese den alten Baum einmal ersetzen kann. Von hier hatte man einen schönen Blick auf das obere Stuttgarter Neckartal sowie auf den gegenüberliegenden Württemberg und zur imposanten Grabkapelle, die von König Wilhelm als Liebesbeweis für seine früh verstorbene Gattin Katharina erbaut wurde.

Nach einer Rast begann nun die Wanderung auf den Wandelwegen. Ohne Markierung ging es auf engen Pfaden an schönen Gärten entlang, bis der Wangener Höhenweg erreicht war. Hier traf man auf die erste steile Staffel, die Obere-Letterle-Wandel, einem Treppenweg hinauf zum Rennweg. Von allen wurde dieser Treppenweg, der uns zum ersten Mal zum Schwitzen brachte, gemeistert. Nun war der Rennweg erreicht. Er führte die Wanderer am Bienenbrunnen und am  Burgbrünnele vorbei. Hier verließ die Gruppe den Rennweg wieder und kam zum Herzstück, dem sogenannten Grenzwandel. Dieser trennt Rohracker und Wangen.

Als Wandelwege bezeichnet man schmale Fußwege, steile Staffeln, die stetig auf und ab, zwischen Rebenhängen, Streuobstwiesen, entlang alter Trockenmauern, schon seit Jahrhunderten bestehen.

Eine nette Winzerin, die in ihrem Weinberg beschäftigt war, erzählte den Wanderern von der beschwerlichen Arbeit in ihrem alten Weinberg. Von hier hatte man eine herrliche Fernsicht auf den Asemwald, mit seinen markanten Hochhäusern – auch Hannibal-Hochhäuser genannt.

Nach so vielen Eindrücken und Anstrengungen war die Einkehr in einem Ausflugslokal, mit einem netten Biergarten, willkommen.

Der Rückweg führte die Wandergruppe am Waldheim, über den gepflasterten Kirchweg hinunter an der Michaelskirche vorbei, mit ihrem Turm aus dem 13. Jahrhundert.

Vom Marktplatz Wangen aus ging es mit U-Bahn und S-Bahn zurück nach Bi-Bi. Ein schöner – nicht ganz leichter – Wandertag war zu Ende.

  

  Text: Günter Schwarz, Fotos: Günter Schwarz und Karin Knäbel

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