Traditions – Frühschoppentour zum Posten 35 am 18. August 2022

Die Kuh auf der Kanne auf dem Kronenplatz dachte sich im stillen, wohin wollen denn die Schwarzwaldvereinler schon wieder hin, sie waren doch erst am Sonntag unterwegs und schüttelte ihren Kopf!

Hoch zum Wengertweg führte die heutige Wanderstrecke um von dort aus den Ausblick zu genießen. Der Weiterweg durch die Weinsteillagen der im vollem Behang stehenden Rebzeilen zeigte uns auf, welche schwere Arbeit die Wengerter hier in diesen Steillagen zu verrichten haben, ehe der köstliche Wein im Glase blinkt!
Immer wieder gerne von uns gegangen diese Wegstrecke durch unsere Bietigheimer Weinberge mit ihrer herrlichen Aussicht über das Enztal und darüber hinaus. Unten auf dem Spielplatz in der Spinne erfuhr die Wandergruppe bei einer kurzen Rast geschichtliches über die ehemalige Kammgarnspinnerei, dem abgegangenen Ort Hegenau, der Pfaffensteige über die der Bietigheimer Stadtpfarrer den Weg nahm zur Hegenauer Michaelskapelle.
Auch über die ehemalige Enzflößerei und die Hornmoldsklinge, durch die einst die Niederländische Wein- und Tuchstraße führte und dort die Enz überquerte. Nun aber war wieder Zeit weiter zu wandern durch die Spinne um dort die sehr wenig Wasser führende Enz auf dem Steg zu überqueren.
Der Blick hinab auf wenig Wasser führende Enz führte uns den ganzen Klimawandel vor Augen.
Nun wurde das letzte Wegestück entlang der Enz zum Posten 35 unter die Wanderschuhe genommen, wo wir von unseren Nichtwanderen erwartet wurden.
In geselliger Runde bei Speis und Trank verging die Zeit im Flug in diesem schön gelegenen Biergarten, um später wieder den Heimweg anzutreten.

W. Wachter

Wein – Genusswandern am 14.8. 2022

S, war mal wieder ein feuchtfröhlicher Wandertag durch die Strombergausläufer im 3 B-Land!

Nur etwas zu warm, aber was soll´s ! Die Anfahrt mit dem Shuttle-Bus zum Startpunkt bei der Strombergkellerei war eine gute Idee des 3B-Teams und der teilnehmenden Wengerter (Winzer ) und den Kellereien. So machten wir uns nun auf die gut ausgeschilderte Wanderstrecke, welche nach Lust und Laune erwandert werden konnte, überall konnten neben einem Imbiss die hervorragenden Weine verkostet werden, mal mehr oder weniger, der Bus brachte uns ja wieder zurück nach Hause.
Alt und jung, teils mit Kind und Kegel war wieder unterwegs, um den Wandertag zu genießen. Wie weit jeder von uns wandern wollte, war wie schon gesagt egal, die Hauptsache war das wandern im Kreise gleichgesinnter Weinzähne.

Dies liebe Wanderfreunde sag ich heut,
Wein und Wandern…….das Herz erfreut!

W. Wachter

Zu den Mineralquellen in Bad Cannstatt am 04. Aug. 2022

Ausgerechnet den heißesten Tag des Jahres hatten sich die Wanderführer für ihre Brünnelestour in Stgt. Bad Cannstatt ausgesucht.

Und so traute sich nur eine kleine Gruppe von Neugierigen auf die Spurensuche zu Brunnen und Quellen von Cannstatt. Der wohl wohltuendste und natürlichste Reichtum von Stuttgart, liegt in seinen vielen Mineralquellen. Allein im Bereich von Berg und Bad Cannstatt sprudeln 19 Mineralquellen, 11 davon sind staatlich anerkannte Heilwasser, wovon wir einige auf unserer Tour kennenlernen wollen. Mit einer Schüttung von 44 Millionen Litern täglich hat Bad Cannstatt nach Budapest das zweitgrößte Mineralwasservorkommen Europas.
Mit Bahn und U-Bahn wurde der Haltepunkt Mineralbäder in Berg erreicht. Gleich dort im Mineralbad war der erste Brunnen. Zum Verkosten der Brunnen hatte die Wanderführerin kleine Trinkbecher dabei.
Das Mineralbad Berg in Stuttgart-Ost wurde 1856 vom königlichen Hofgärtner Friedrich Neuner als „Bad am Königlichen Park“ im heutigen Heilquellenschutzgebiet Stuttgart eröffnet. Die Quellen wurden zu Beginn der 1830er Jahre erbohrt, um die Wasserräder einer Textilfabrik im Winter eisfrei zu halten. Trinkgenuss und Badefreuden verliehen ihm seinen heutigen „Kultstatus“. Aus fünf Quellen fließen täglich 5 Millionen Liter natürliches Mineralwasser mit Wassertemperaturen von 22 °C bis 34 °C in die vier großen Innen- und Außenbecken.

Weiter ging es, links und rechts durch Baustellen von Stuttgart 21, zum Leuze Brunnen und Leuze Bad. Die Leuze Quelle ist ein Staatlich anerkanntes Heilwasser Der Säuerling mit sehr hohem Mineral – u. Kohlensäuregehalt hat eine Schüttung von 37 l / Sek. und eine Temperatur von ca. 20 Grad. Heilanzeigen sind neben anderen bei Herz, Kreislauf, und Leber Erkrankungen bekannt. Bei der Trinkprobe wurde der Geschmack für metallig, salzig und modrig eingestuft. Nun wurde der Neckar überquert. Auf der Brücke konnte man den natürlichen Austritt von Kohlensäure in den Neckar eine sogenannte Mofette beobachten.

Nun waren wir in Bad Cannstatt und erreichten den Wilhelmsplatz. Hier gab es in früherer Zeit eine Sulze. Eine Sulze war ein morastiges Gelände, in das man gerne auch den Abfall und Müll entsorgte. Im Jahre 1837 gründete dort Dr. Albert Friedrich Veiel Deutschlands erste Hautklinik sie hieß: Heilanstalt für Flechtenkranke.

Immer im Schatten der Häuser gehend wurde der Schiffmannsbrunnen erreicht. Der Brunnen wurde 1833 im Hause von Schiffmann erbohrt. Willy Schiffmann ging 1 x am Tag zum Lüften in den Keller, damit sich das dort angesammelte CO2 entweichen konnte.
Der nächste Brunnen war in der Marktstraße, neben einer Eisdiele, der Erbsenbrunnen. Er wurde 1929 vom Bildhauer Fritz v. Graevenitz geschaffen. Die Kugel, aus der das Wasser fließt, stellt eine große Erbse dar. Auf ihr hält ein lachender Junge einen Krug hoch. Der Erbsenbrunnen (1929) aus Cannstatter Travertin in der Mitte der Marktstraße ist der Nachfolger eines eisernen Brunnens, mit dessen Wasser laut Überlieferung die Erbsen und andere Hülsenfrüchte am besten gekocht werden konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg zerstörte ein Soldat die Figur. Der Bildhauer Fritz von Graevenitz schuf sie 1948 neu. Sein Neffe, der Alt-Bundespräsident Richard von Weizsäcker, verriet anlässlich seiner Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt Stuttgart, dass sein Onkel ihn damals als Modell für das neue Erbsenbüble ausgesucht hatte.
Bevor es zum nächsten Brunnen ging nahm man die Gelegenheit wahr, sich ein Eis zu genehmigen.

Markttischbrunnen vor dem Bezirksrathaus Die flache tischförmige Schale aus Cannstatter Travertin ist auf ihrem Grund mit Früchten und Gemüse als Symbole des Marktes verziert. Zwei kleine Wasserspeier spritzen in flachem Bogen gegeneinander. Aus einer Messingsäule fließt Trinkwasser. Er wird aus dem Keller-Tiefbrunnen gespeist.
Gegenüber dem Marktischbrunnen befindet sich das alte 14 91 erbaute Rathaus, seit 1966 eingetragenes Kulturdenkmal. Der freie Platz war früher eine große Sulze, Dreckloch, Gestank die sich unter das Rathaus hinzog. Das Rathaus senkte sich in der Folgezeit immer wieder ab was man noch gut sehen kann. Es wurde auf der einen Seite mit Betonunterbau verstärkt. Auf der Vorderseite befindet sich der 1991von Hans-Dieter Bohnet einer Weinpresse nachempfundenen Rathausbrunnen. Hinter der Stadtkirche und dem Marktplatz Cannstatt liegt der 1831 anstelle des Holzmarktbrunnens errichtete und 1976 renovierte Polizeibrunnen dem unser nächster Besuch galt.

Nun führte uns Karin zu einem Höhenpunkt in Cannstatt dem, beim Thaddeus Troll Brunnen befindlichem, „Klösterle“.

Cannstatts Schmuckstückle – das Klösterle

Beim Klösterle handelt es sich um eins der ältesten Gebäude der Stadt Stuttgart. Das Fachwerkhaus mit Erkertürmchen wurde im Jahr 1463 erbaut. Errichtet wurde das Gebäude ursprünglich, um als Heimat für die Beginen zu dienen. Dabei handelt es sich um einen liberalen Frauenorden, der ohne die üblichen, strengen Ordensregeln auskam. Im Zuge des Baus wurde auch eine gotische Kapelle mit in das Gebäude integriert, was es heute in ganz Europa einzigartig macht.
Über Jahrhunderte wurde das Klösterle seinem ursprünglich zugedachten Zweck gerecht, erst nach Aufgabe des Ordens erfuhr es dann wechselhafte Nutzungen. In diesem Zuge blieb es nicht aus, dass das Klösterle zunehmend verfiel, was man immer wieder durch eher halbherzige Reparatur- und Restaurationsmaßnahmen aufzuhalten versuchte. Architektonisch In den 70er Jahren wurde das Schmuckstückchen, dessen Schönheit damals noch hinter dickem Putz verborgen war vor dem Abriss gerettet.

Kellerbrunnen Keller-Tiefbrunnen die Mutter für sieben Brunnen

Der Kellerbrunnen ist aus Travertin Stein, das Mineralwasser ergießt sich bogenförmig in das kleine Becken. Er liegt in der Kellerbrunnengasse. Entworfen und realisiert wurde das Kellerbrünnele im Jahre 1963. Der Keller-Tief-brunnen ist eine sehr ergiebige Mineralwasserquelle. Die Bohrung zu diesem Brunnen erfolge erstmals im Jahr 1833 und er speist neben dem Brunnen in der Kellerbrunnengasse noch weitere sechs Trinkbrunnen. ( u. A.  den Erbsenbrunnen, Polizeibrunnen, Brunnen am Klösterle usw.)

Weiter ging es zum und durch den unteren Kurpark. Diesen unteren Teil wollte man nach dem Krieg bebauen, aber es wurde zum Glück anders entschieden. In der Nähe des Kursaales trafen wir auf den Lautenschlägerbrunnen. Er wird mit dem Heilwasser des Wilhelmsbrunnens, der bereits 1773 erbohrt wurde, gespeist. Der Brunnen entspringt im nahe gelegenen Hof des Großen Kursaal. Der Brunnen wurde 1934 vom Bildhauer Jakob Clement geschaffen und 1987 saniert.
Der weitere Weg führte hinter den Kursaal  zu  weiteren 2 Brunnen. Der eine wird vom Wilhelmsbrunnen II gespeist, der andere, stark salzig schmeckende, von der Daimlerquelle. Der Wilhelmsbrunnen wurde bereits im Jahr 1773 erbohrt, die Daimlerquelle wurde 1933 neu erbohrt.

Nun stiegen wir hoch in den alten Kurpark. Vorbei am Gartenhaus vom Gottlieb Daimler in dem er mit Maybach zusammen an Motoren werkelte. Man wollte ja diese kleine Werkstatt besichtigen aber es war geschlossen. Gleich daneben durch große Quadersteine markiert, die bei einem Luftangriff zerstörte Villa Daimler. Weiter ging es zum nachgebauten Daimlerturm und durch die Wandelhalle in die Parklandschaft. Bevor es wieder hinab zum Solebad ging, wurde der schöne Ausblick der sich hier oben bot genossen. Der Weg führte nun zum Neckardamm. Dort führte ein schmaler Pfad am Ufer entlang zum Mühlsteg. Unterwegs konnte man wieder eine Mofette im Neckar sehen. Über den Mühlsteg, von dem man einen guten Blick auf den Zuckerberg hatte, gelangten wir zur Auquelle. Die Auquelle wurde 1832 erbohrt und 1981 neu gefasst. Der gläserne Turm wurde von Architekt Gerlach, Ludwigsburg, entworfen. Durch Verschmutzung, Verkalkung konnte man leider nicht sehen wie das Wasser durch „artesischen Überdruck“ in die Höhe schießt. Das Wasser wird gefasst und in der Wilhelma, im Rosensteinpark und in verschiedenen Bädern genutzt. 

Auf der anderen Straßenseite liegt die Grünanlage „Mombachquelle“. Sie ist der einzige noch vorhandene natürliche Quelltopf in Stuttgart. Der „kleine Blautopf“ ist jedoch hinter einem Gitter für Besucher unzugänglich. Wir hatten jedoch Glück und ein Mitglied des Schwimmvereins ermöglichte uns, auf Anfrage von Karin, den Zutritt Die Mombachquelle ist als Naturdenkmal geschützt. Ein Teil des Wasser wird gefasst und vom nebenan liegenden Bad des Schwimmvereins Cannstatt e.V. genützt der Rest des Wassers fließt wie das der Auquelle der Nutzung in der Wilhelma bzw.  durch die Grünanlage dem Neckar zu.

In dieser Grünanlage endete diese interessante von Karin erfragte und erkundete Tour zu den Mineralquellen in Bad Cannstatt, die in keinem Reiseführer steht.

 

 

 

 

Unterwegs von Mainhardt nach Murrhardt am 21. Juli 2022

Auf dem Limesweg von Mainhardt nach Grab und durch das Trauzenbachtal nach Murrhardt

Römer, Räuberbanden und eine nahezu unberührte Natur waren die Begleiter der Wandergruppe auf ihrer Wandertour im Mainhardter Wald.

Mit Bahn und Bus erfolgte die Anfahrt zum Ausgangspunkt Mainhardt um von hier aus einen wunderschönen Wandertag zu erleben. Entlang des ehemaligen, insgesamt 550 km langen Obergermanisch – Rätischen Limes, führte uns die erste Etappe des Wandertages. Teils durch offene Wiesenfluren und durch die Waldgewanne Buchwald und Dicker Busch fast schnurgerade hinab zur ehemaligen Hankerts-mühle ins Mühlenreiche Tal der Rot. Einst war diese Gegend bis nach Grab mit ihrer Abgelegenheit in früherer Zeit eine unsichere Gegend, führten doch zwei wichtige Fernhandelswege durch diesen Land-strich nach Schwäbisch-Hall. Räuberbanden machten dieses riesige Waldgebiet im 18. Jh. unsicher. Der Kopf der Bande war Heinrich Weiß, Inhaber der Herberge Waspenhof bei Mainhardt, seines Zeichens Wirt, herzoglich-württembergischer Zoller und Mainhardter Gemeinderat. Er selbst beteiligte sich nie aktiv an den Überfällen, aber informierte die Mitglieder der Räuberbanden wo und wann es was zu holen gab.
Von den baulichen Überresten der Hankertsmühle, einst eine der größten Mühlen in Rottal, führte ein langgezogener Aufstieg zu dem 1971 restaurierten Fundament eines Wachturmes. Die zwischen Rot und Schöntaler Bach im Färberwald gelegenen Turmreste wurden Ende des 19. Jh. zu den am besten erhaltenen Ruinen gezählt.
Weiter ging es durch das Gewann Säugraben, dessen Name auf eine Sage mit dem Teufel  zurückgeht zum kleinen Ort Grab, herrlich gelegen auf einem offenen Plateau des Mainhardter Waldes. Nun war es nicht mehr weit zum vorbildlich rekonstruierten Limesturm auf dem 536 m hohen Heidenbuckel. Dieser Turm zeigte und informierte uns ausführlich über den obergermanischen Limes in der Zeit von ca. 130 – bis 260 n. Chr. Seit 2005 ist der gesamte Obergermanisch-Rätische Limes von der UNESCO als Welt-kulturerbe ausgewiesen.
Nach der Rast an diesem Ort erfolgte der wohl schönste Abschnitt der Wanderstecke. Am Fuße des Heidenbuckels schwenkten wir rechts vom Limesweg ab und stiegen hinauf nach Trauzenbach. Wegen Glasfaserausbau war ein Teil des Wanderweges fast unpassierbar.
Hier in Trauzenbach hatte das auf und ab des Wanderweges ein Ende. Das Albvereinswegezeichen führte uns hinab in das romantische Trauzenbachtal zur Hördter Mühle, einer ehemaligen Getreide- und Sägemühle. Herrlich nun das Wandern durch die stille und fast unberührte Natur dieses Tales. Auf urigem Wanderpfade entlang des rauschenden Trauzenbaches mit seinen kleinen Wasserfällen, einer üppigen Pflanzenwelt und moosbewachsenen Baumstämmen. Steil ragten beiderseits die Talhänge empor und nur vereinzelnd drangen die Sonnenstrahlen bis zu uns auf den Talgrund. Abwechselnd auf schmalem Pfade über dem Bachgrund, stellenweise war schon Trittsicherheit erforderlich, und breitem Forstwirtschaftsweg ging es zum Fratzenbrunnen, einem mit Quellwasser gespeisten Teich dessen Wasser je nach Sonnenstand und Jahreszeit glasklar, hellgrün, türkis oder blaugrau ist. Seinen Namen hat er von Quellgeistern, denen man zuschreibt die Schüttung der Quelle beeinflussen zu können.
Das letzte Wegestück führt uns nun durch das sich nun weitende Talaue hinaus nach Murrhardt dem Endpunkt der Tour.
Eine kurze Bahnfahrt brachte die Wandergruppe ins nahe Sulzbach zur Schlusseinkehr, um hier den Wandertag ausklingen zu lassen. Mit der Heimfahrt endete ein wunderschöner Wandertag auf nahezu durchgängig naturbelassenen Wanderwegen.

Bericht: W. Wachter/ergänzt von: G. Schwarz

Nachtrag zu Gengenbach am 09. Juli 2022

Gengenbacher Stadtrundgang auf den Spuren des Ritters welcher majestätisch seit über 500 Jahren auf einer Säule auf dem Röhrbrunnen auf dem Gengenbacher Marktplatz thront, und stolz auf das bunte Treiben des Wochenmarktes herabschaut.

Umgeben von dem imposanten und stattlichen Rathaus, dem Palais Löwenberg einem Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert und mehreren stattlichen Bürgerhäusern. Von hier aus der Bilderbuchblick zum Obertorturm, dem Schwedenturm mit dem Färberhaus das als das älteste der Stadt gilt. Und weiter führt die Spur des Ritters in die ungestörte Kleinstadtidylle der Engelgasse mit ihren überkragenden Fachwerkhäusern im sommerlichen Blumenschmuck kurz gesagt: Romantik zum erleben und genießen.
Am Ende der Engelgasse der Blick auf den Niggelturm, der das Gengenbacher Narrenmuseum beherbergt und wo die Narrenzunft ihre Heimat hat. Einst war er Wehr und Wachturm, Gefängnis und Warenlager. Neben dem Reichswappen am Unterbau des Turmes stand der Wahlspruch Gengenbachs zu lesen:

,,WOL DISER STAT DIE GOTT VOR AUGEN HAT UND AUF IN BAUT DIE WIRT NIEMER MEHR BERAUBT“ – ANNO 1582 JAHR

Den Hauptakteuren der Narrenzunft ist der wunderschön gestaltete Narrenbrunnen im Winzerhof gewidmet zu dem der weitere Rundgang führte. In Bronze gegossen treiben hier Schalk und Hexe, Spättlehansel, Klepperlesbub und der Lumpehund ihr närrisches Spiel, das Scheffelhaus und die alte Ratskanzlei runden dieses historisches Altstadtviertel ab. Vorbei an der Klosterbäckerei führt uns der Ritter zu weiteren Sehenswürdigkeiten Gengenbachs: Dem Gebäudekomplex der ehemaligen Benediktiner-Abtei und der Stadtkirche St.-Marien, deren unser nächster Besuch galt.
Imposant der im barocken Stil erbaute Glockenturm, der sich weithin über der Stadt erhebt. Der Innenraum der Kirche wurde in den Jahren 1892 – 1906 „entbarockisiert“ und  „reromanisert“ mit einer Fülle von Wand und Deckengemälden versehen und mit der zweitgrößten Romantikorgel Badens ausgestattet.
Zu den aus früherer Zeit erhaltenen Kunstschätzen gehören das barocke Chorgestühl und der spätgotische Anbau des Frauenchöhrleins mit dem „Heiligen Grab“ (1505). Der Abschluss des Rundganges führte im Außenbereich vorbei am Prälatenturm, einem sehenswerten Kleinod welches an Innenseite der Stadtmauer angebaut ist, und durch den angrenzenden Kräutergarten mit dem Blick in den Innenhof der ehemaligen Abtei.
Von der damaligen Zeit der Kinzigflößerei erinnert uns beim verlassen der Stadt das Flößermuseum, welches sich im ehemaligen Bahnwärterhäuschen befindet und die benachbarte Flößerkapelle in der die Flößer um Gottes Segen für ihre Fahrt baten. Nun haben wir das Ende unseres Rundganges erreicht, aber potzblitz doch etwas vergessen auf das uns der Ritter aufmerksam machte: Wie war das mit den beiden Türmen der Stadt? Dem Kinzigtorturm und dem Obertorturm: Ersterer war der höchste und stärkste Turm der Stadt und erfüllte wichtige Aufgaben bei der Stadtverteidigung, von ihm aus wurde die Stadt von dem Türmer überwacht. Der zweite markante Wehr und Wachturm hatte die gleichen Aufgaben und prägt mit seinem schweren noch heute vorhandenen Fallgitter das Stadtbild vom Marktplatz aus auf seine ganz eigne Weise. Im Tordurchgang noch erhalten das letzte öffentliche Back, Wasch und Schlachthaus.
Nun hätten wir fast alles Wichtige und sehenswertes auf unserem Rundgang gesehen und freuen uns auf ein kühles „Blondes“ oder auf ein Schoppen Gengenbacher Spätburgunder…Prost!

Anhang: W. Wachter

In die Badische „Toskana“ am 09. Juli 2022

Städtefahrt  nach Gengenbach!

Eine Perle unter den romantischen Fachwerkstädtchen des Schwarzwaldes ist Gengenbach.

Dieser Ort, idyllisch in der Ortenau an der Kinzig gelegen, war das Ziel der Städtefahrt des Bietigheimer Schwarzwaldvereins. Schon die Ausblicke auf die Schwarzwaldhöhenzüge und die weitläufigen Weinlagen entlang des Ortenauer Weinpfades bei der Anfahrt mit dem Sonderbus stimmte die Ausflügler auf den heutigen Ausflugstag ein.

Vom Busparkplatz bei der Kinzigtalhalle führten uns die Wegezeichen des Kandelhöhenweges und des Ortenauer Weinpfades geradeaus über die Kinzigbrücke und durch den Kinzigtorturm hinein in die kopfsteingepflasterten Straßen und Gassen des Städtchens.
Hier wurden wir aufs herzlichste empfangen von Herrn Heinz Roth vom Gengenbacher Schwarzwaldverein, der uns über die Gengenbacher Geschichte informierte, welche bis zu der Keltischen Besiedlung zurückreicht. Nach den Römern und Alemannen erfolgte die Christianisierung und die Gründung der Benediktinerabtei durch den Missionsbischof Pirmin, unter dem fränkischen Herzog Ruthard. Anno 1230 führte die stetige Entwicklung des Städtchens zur Verleihung der Stadtrechte und 1366 wurden Gengenbach und Zell die unmittelbare Reichsfreiheit verliehen und waren nun dem Kaiser direkt unterstellt.
Nach diesen geschichtlichen und weiteren Informationen trennte sich die Gruppe um mit Herrn Roth eine kleinere Wanderung hoch in die Gengenbacher Weinlagen zu unternehmen, um von der Jakobuskapelle auf dem “Bergle“ und dem Pavillon die wunderschöne Aussicht auf die Altstadt und die Schwarzwaldlandschaft zu genießen.
Die andere Gruppe erkundete teils in Eigenregie das Städtchen mit ihren verwunschenen Gassen und Winkeln mit ihren Blumengeschmückten Fachwerkhäusern und den unzähligen Sehenswürdigkeiten. Um alle Sehenswürdigkeiten dieses Kleinodes aufzuzählen, würde den Rahmen des Berichtes sprengen. Wer dabei war, wird es noch lange in Erinnerung behalten.
Der anschließende gemeinsame Rundgang führte uns nochmals durch die Altstadt und zur und in die Stadtkirche St.-Marien mit ihrer prachtvollen Ausmalung und der prächtigen Romantikorgel.
Der Rundgang um die Kirche und der ehemaligen Reichsabtei führte vorbei am Anno 1750 an die Stadtmauer erbauten Prälatenturm und durch den klösterlichen Kräutergarten, um von dort aus zum Abschluss im Park an der Schneckenmatte mit seinen Tiergehegen, dem Ententeich und dem kleinen Barfußparcours noch ein wenig zu verweilen, und das heute gesehene nochmals in Revue passieren zu lassen. Auf dem Rückweg zum Bus grüßten uns nochmals die drei mächtigen Türme des Städtchens, der Kinzigtorturm, der Obertorturm, der Niggelturm sowie oben vom Bergle die Jabobuskapelle. Mit der Schlusseinkehr im Gasthaus zum Rössle im nahen Reichenbach endete für uns alle ein ausgefüllter Ausflugstag in der schönen Ortenau.

Auf diesem Wege nochmals ein herzliches „Dankeschön“ Herrn Roth vom Schwarzwaldverewin Gengenbach für sein Mitwirken an diesem Ausflugstag!

Bericht W. Wachter

Unterwegs im unteren Neckartal am 25. Juni 2022

Auf den Spuren des Götz von Berlichingen

Unter diesem Motto war eine Gruppe des Bietigheimer Schwarzwaldvereins bei hochsommerlichen Temperaturen unterwegs. Neckarschleifen und Umlaufberge prägen an diesem Flussabschnitt wie hier bei Gundelsheim das Landschaftsbild, aufgrund der Seitenerosion mäandert hier der Neckar, bildet steile Prallhänge und flache Gleitufer.

Vom Bahnhaltepunkt Neckarzimmern aus erfolgte der Aufstieg auf der Steige hoch zum von Mosbach herüberkommenden Neckarsteig um auf diesem Traumpfad hoch über dem Neckar zwischen Wald und  Weinbergen dahinzuwandern. Immer wieder innehaltend um die herrliche Aussicht über das Tal bis zur  Burg Guttenberg und die an Neckar liegenden Ortschaften zu genießen.
Völlig unverhofft standen wir nach einer Wegebiegung vor den mächtigen Mauern der Burg Hornberg mit ihrem hochaufragenden Bergfried. Hier im Burghof erfuhr die Wandergruppe die wechselvolle Geschichte dieser mächtigen Burganlage, deren erste Erwähnung auf das Jahr 1184  zurückreicht und die Grafen von Lauffen als Eigentümer auswies. Bekanntester Besitzer war zweifellos der ruhelose und kriegerische Götz von Berlichingen, der Ritter mit der „Eisernen Faust“ der hier mit seiner Familie von 1517 bis 1562 lebte. Unvergessen und der Nachwelt erhalten das bekannte Götz – Zitat:
„Mich ergeben! Auf Gnad und Ungnad! Mit wem redet ihr! Bin ich ein Räuber! Sag deinem Hauptmann:
Vor ihro Kaiserlichen Majestet hab ich, wie immer schuldigen Respekt.
           „Er aber, sag´s ihm, er kann mich am Arsche lecken“!

Und weiter führte die Wanderstrecke durch tief eingeschnittene Klingen und Tobel hinauf auf die offene weite Feldhochfläche beim Böttinger Hof.
In der Ferne wies uns die Kirchturmspitze des Kirchleins auf dem Michaelsberg den Weiterweg zu diesem Kleinod  das bald darauf erreicht wurde, um hier ausgiebig zu rasten. Die Ursprünge dieser im gotischen Stil erbauten Kapelle inmitten des Böttinger Friedhofs reichen bis ins Jahr 799 zurück. Das Landschaftsbild des Michaelsberges ist bestimmt von Viehweiden, Streuobstwiesen und der alten steil zum Neckar abfallenden Weinlage des Gundelsheimer „Himmelreichs“!
Von hier ab erfolgte der steile Abstieg hinab in die historische Gundelsheimer Altstadt, deren erste Erwähnung auf das Jahr 766 datiert ist. Der Altstadtkern mit seinen zahlreichen historischen Fachwerkhäusern wird überragt von der mächtigen Burg Horneck, einst Sitz des Deutschen Ordens. Neben den eigentlichen Schlossgebäuden umfasst die historische Anlage noch mehrere mittelalterliche Wehrtürme, das Komtureigebäude und das Prunk Tor zur Stadtseite.Der Abschluss des Rundganges war der Besuch der im barocken Stil ausgeschmückten katholischen Stadtpfarrkirche St.-Nikolaus, einst die Spitalkirche des Deutschen Ordens.
Angemessen der heutigen hochsommerlichen Wetterlage erquickten wir uns in einem uns wohlbekannten Gundelsheimer Besen mit heimischen Spezialitäten und einem guten Viertele vom Himmelreich, ehe mit der Bahn die Heimfahrt erfolgte.

Bericht: W. Wachter